Philips Airfryer: Eine Heißluftfritteuse, die mich nicht überzeugt *Werbung*

Ihr habt ja sicher schon gemerkt, dass Kochen und Ernährung für mich einen recht hohen Stellenwert haben. Klar, um das zu erkennen, muss man sich jetzt nicht sonderlich anstrengen 😉 Tja, wenn ich dann irgendwo von nem neuen Küchengerät höre, zieht mich das irgendwie magisch an. Ich will es einfach ausprobieren um zu sehen, was es tatsächlich kann und vor allem, ob man es tatsächlich braucht oder ob es nur ein teurer Staubfänger ist. Diesmal nehme ich den Philips Airfryer TurboStar unter die Lupe:

Gemeinsam mit 149 weiteren Testern und Testerinnen der Markenjury darf ich den Philips HD9641/90 Airfryer TurboStar* testen. Wie das geht? Ganz einfach, auf der Seite der Markenjury kann man sich für verschiedene Projekte bewerben. Einige sind gratis, andere laufen gegen einen Pfandpreis. Hier habe ich die Hälfte des Warenwertes als Pfand hinterlegt und habe am Ende der Aktion die Möglichkeit, das Produkt für diesen Preis zu behalten oder es zurück zu schicken. Spoileralarm: Mein Airfryer geht zurück, denn er hat mich nicht überzeugt! Aber dazu später mehr…

Philips wirbt damit, dass der Airfryer* Speisen mit bis zu 80% weniger Fett als eine normale Fritteuse zubereitet. Wie das geht? Ganz einfach: Hier wird, wie in einem Backofen, Heißluft verwendet, um die Speisen zu backen. Verwendet man backfertige Produkte, wie z.B. Backofenpommes, muss kein Fett zugegeben werden. Stellt man Pommes selber her, ist die Zugabe von etwas Öl nötig. Klar, denn ganz ohne leidet nun mal der Geschmack!

Der Airfryer* bringt vier Voreinstellungen mit: Backen, Frittieren, Grillen und Garen. So kann man damit nicht nur Pommes machen, sondern auch Kuchen backen, Hähnchen grillen oder Fisch garen.  Das klang für mich nach ner super Sache, vor allem, weil Philips verspricht, dass man im Airfryer* Speisen für bis zu 4 Personen zubereiten kann. Ein Blick auf das Produk lässt mich dann aber doch daran zweifeln, ob ich darin Hähnchenkeulen für 4 Personen unterbringe…

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Mit einem Croissant ist der Philips Airfryer TurboStar HD9641/90 schon gut ausgefüllt

Die Temperatur ist einstellbar, zwischen 40°C und 180°C ist hier alles möglich. Positiv hervorzuheben ist, dass der Airfryer* ganz ohne Vorheizen einsatzbereit ist. Das Überbacken meines Frühstückscroissants mit Schinken und Käse war kein Problem: Airfryer auf, Croissant rein, 4 – 5 Minuten warten, fertig! Da hätte mein Ofen definitiv länger gebraucht und bei solch kleinen Dingen auch viel mehr Strom verbraucht.

Die Navigation ist denkbar einfach: Anhand eines Drehrades stellt man Temperatur und Dauer (0 – 60 Minuten) ein, mit einem Druck auf’s Knöpfchen startet der Airfryer*. Das ist wie bei allen Philips-Produkten sehr gut gemacht, denn die, die ich kenne, lassen sich alle intuitiv bedienen.

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Intuitive Nagivation durch drehen und drücken

Trotzdem ist das für mich keine Ausrede für die Bedienungsanleitung, die wieder sehr schlecht gemacht ist: Auf einem aus billigem Papier bestehenden Faltblatt sind hier die Anleitungen in zig Sprachen abgedruckt. Kein Inhaltsverzeichnis, keine Übersicht. Man sucht sich erstmal durch das Blatt, bis man die richtige Sprache findet. Völlig entnervt hab ich dann noch versucht, die Informationen raus zu lesen, die ich gerade benötigt habe. Ich versteh es immer noch nicht, dass Philips so hochwertige Produkte herstellt, aber nicht in dieses kleine aber feine Detail investiert! Eine gut gemachte Anleitung ist doch quasi eine Visitenkarte der Firma! Die liefert mir einen ersten Eindruck! Ist die Bedienungsanleitung Mist, hab ich meist schon gar keine Lust, mich mit dem Produkt auseinander zu setzen!

Aber zurück zu den Fakten:

Der Airfryer* hat einen leistungsstarken 1425 Watt-Motor, ein Fassungsvermögen von 800 Gramm und ist spülmaschinenfest. Dafür ein Pluspunkt für mich, denn das erspart eine Menge Abspülarbeit.

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Nach der Nutzung: Frittierkorb und Auffangschale wandern in die Spülmaschine

Aber: Spülmaschinengeeignet ist natürlich nur der Frittierkorb und die Auffangschale, in der dieser steht! Über dem Frittierkorb ist eine Heizspirale eingebaut, die fest im Gerät verbaut und nur schwer erreichbar ist. Bei jeder Benutzung werden durch die Heißluft nun Fette und Essensreste aufgewirbelt und bleiben an dieser Spirale kleben. Die Reinigung ist hier recht… sagen wir, abenteuerlich und ich bin mir nicht sicher, ob man tatsächlich alle Reste wieder ab bekommt.

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Voller Körpereinsatz für euch: Ein Foto der  fiesen Heizspirale an der Decke des Philis Airfryer TurboStar HD9641/90

Ich habe neben meinem Corissant noch Pommes im Airfryer* zubereitet. Nun ja… Wie gesagt, soll man nur backfertige Produkte verwenden, da der Airfryer* ja wie ein Ofen funktioniert. Also Tüte auf, Backofen-Pommes rein und Airfryer* nach Backanleitung eingestellt. Versprochen wurde, dass die Pommes in 12 – 14 Minuten fertig sind, tatsächlich gebraucht haben sie 18 Minuten. Kein Beinbruch, aber für mich im Vergleich zum Ofen keine wirkliche Zeitersparnis, denn die Zeit, die der Airfryer* länger gebraucht hat, hätte ich zum Vorheizen nutzen können.

Auch geschmacklich haben mich die Pommes nicht überzeugt. Meiner Meinung nach werden sie im Ofen sogar besser, weil ich da genügend Platz habe, sie alle auf dem Blech auszubreiten. Im Airfryer* liegt quasi der ganze Haufen übereinander. Möchte ich das nicht und gebe nur eine dünne Schicht Pommes in den Airfryer*, muss ich das Gerät dafür mehrmals laufen lassen. Auch nicht Sinn und Zweck der Sache…  Mit einer Fritteuse hatte der Pommes-Geschmack für mich nichts gemeinsam, denn mal ehrlich: Man merkt einfach, dass hier nicht mit Fett gearbeitet wird! Is so!

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Pommes aus dem Philips Airfryer TurboStar HD9641/90: Das Ergebnis ist wie aus dem Backofen

Reden wir über den Preis: Ich finde den Airfryer* aktuell noch relativ teuer, aber das relativiert sich sicher, wenn er länger auf dem Markt ist. Möchte man alle Funktionen nutzen, also auch das Backen, muss man sich noch weiteres kostspieliges Zubehör anschaffen, wie die Backform oder Grillspieße. Also Dinge, die ich für meinen Backofen oder Grill eh schon habe. Äääh, ja…

Mein Fazit:

Der Airfryer* ist für mich ein unnötiges Gerät, denn alles, was er kann, kann mein Backofen auch. Die Mengenangabe (für 4 Personen geeignet) empfinde ich als nicht ganz richtig, denn wenn ich für 4 Personen Hähnchen machen will, wird es darin ganz schön eng.

Vorteile bietet er sicherlich in einer Studentenbude, einer Zweitwohnung ohne richtige Küche oder bei einem Campingausflug, dafür hat er auch sicherlich seine Daseinsberechtigung. Für einen normalen Haushalt meiner Meinung nach aber überflüssig.

Positiv:

  • Spülmaschinengeeignete Teile
  • Funktioniert ohne Vorheizen
  • Einfache Bedienung

Negativ:

  • Preis
  • Zubehör nicht dabei
  • Unhygienisch
  • Klein
  • Geschmack ähnlich / schlechter als im Backofen
  • Bedienungsanleitung unübersichtlich

 

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4 Kommentare

  1. Danke für die ausführliche Beschreibung und Bewertung! Ich überlege ja schon lange, eine Heissluftfritteuse anzuschaffen, da mir die normalen zu fettig/ungesund sind. Da ich auch kein Backrohr habe (ausser als Zusatzfunktion der Mikrowelle und das kannst eigentlich vergessen) wäre so eine Fritteuse ja nicht so schlecht… bis jetzt hat mich auch immer der Preis abgeschreckt. Wenn man dann auch noch so viele Nachteile hat.. werde also die Pommes und das Schnitzel weiter in der Pfanne machen 🙂 So oft gibts die ja eh nicht.

    1. Danke für deine Nachricht!
      Als Ersatz für ein Backrohr ist so eine Heißluftfritteuse sicher nicht schlecht, allerdings würde es da bei mir auch an der Größe und der Sache mit der schwer reinigenden Heizspirale scheitern. Aber guck doch mal bei Ciao oder Amazon in den Berichten und Bewertungen, vielleicht findest du da ja eine, die für dich perfekt ist 🙂

  2. Hallo Katja!
    Deinen Eindruck kann ich nur bestätigen. Selber besitze ich das Gerät zwar nicht, aber gute Freunde, bei denen ich schon öfter Pommes testen konnte. Sie schmecken OK, aber wie du sagst nicht besser als die aus dem Ofen.
    Vor ein paar Jahren habe ich von meinem Opa eine andere Heissluftfriteuse geerbt. Mit ihr stelle ich total leckere Pommes aus Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffeln u.ä. her. Zwar kommt pro Portion ein Löffel Öl rein, aber es schmeckt total gut und fast wie frittiert!
    Liebe Grüße
    Carolin

    1. Hallo Carolin,
      vielen Dank für deine Nachricht! Welche Fritteuse verwendest du denn?
      Ach, ob da jetzt ein Löffel Öl rein kommt oder nicht, finde ich nicht schlimm. Oft braucht man das einfach für den Geschmack und solang man halbwegs hochwertiges Öl nimmt und nicht jedes Essen damit zu schüttet, ist es doch gar nicht so schlimm. Essen soll ja irgendwo auch Spaß machen 😉
      Liebe Grüße,
      Katja

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