„Du bist, was du isst“ – Fetti oder Fitti?

„Fertigpizza, Konserven, Tiefkühlkost: Die Deutschen stehen immer weniger am Herd, greifen immer häufiger zu Fertiggerichten….“[1] – so steht es im Bericht der „Zeit“ zum großen Ernährungsreport 2017. Hallo, wisst ihr eigentlich, was ihr eurem Körper damit antut? Ganz nach dem Motto „Außen hui, innen pfui“ stopft ihr euch mit Convenience-Food voll, das reich an Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und im schlimmsten Fall noch Schadstoffen ist, während ihr parallel tolle Fotos auf Instagram veröffentlicht, die euch – dem Filter sei Dank – gertenschlank und makellos zeigen.

Diese Ergebnisse haben mich erschreckt und waren gleichzeitig dafür ausschlaggebend, dass mein Beitrag zur Blogparade „Du bist was du isst“ von Youngmumblogging gut und gerne auch unter dem Stichwort „Mecker-Mittwoch“ laufen könnte. Für mich ist dies aber ein wichtiges Thema und ich finde, da darf man auch mal Klartext reden. Aber zurück zur Studie…

Die Prozentzahl derer, die gerne auf Mahlzeiten zurück greifen, die schnell und einfach zuzubereiten sind, ist im Vergleich zum Vorjahr um 10% gestiegen – mittlerweile sind das ganze 55%. Versteh ich, bei mir darf es auch gerne mal schnell gehen. Gleichzeitig zeigt der Ernährungsreport aber, dass parallel dazu die Zahl derer steigt, die gerne mal auf Fast Food, wie zum Beispiel die gute alte Fertigpizza, zurückgreifen. Klar, kann man machen… Ich verstehe es aber nicht!

20160923_183850-1
5 Portionen Obst und Gemüse sollten täglich auf unserem Teller landen

Glutamat simuliert ein künstliches Hungergefühl

Liegt es am Geld? Laut Ernährungsreport nicht, denn angeblich geht es den Verbrauchern zu allererst um den Geschmack und die Herkunft der Lebensmittel, der Preis steht erst auf Platz 3. In Zeiten, in denen wir bereit sind, Super Plus in unser Auto zu kippen, wäre es auch höchst seltsam, wenn wir unseren eigenen Motor im Gegenzug nur mit gepanschtem Billig-Benzin füttern. Dazu kommt, dass die ach so geliebten Fertiggerichte und Fast Foods häufig um ein vielfaches teurer sind, als selbst zubereitetes Essen – zumindest wenn man davon langanhaltend satt werden will. „Wieso?“ denkst du jetzt sicher, „Die Fertigpizza macht mich doch satt!“ Klar tut sie das, zumindest für den ersten Moment. Aber ist dir noch nie aufgefallen, dass du schon nach einer halben Stunde Lust auf etwas Süßes hast? Nach zwei Stunden könntest du schon wieder eine Kleinigkeit verdrücken und noch eine Stunde später knurrt der Magen so richtig. Tja, das kommt vermutlich vom lieben zugesetzten Glutamat, das ein künstliches Hungergefühl simuliert.

Unsere Haut spiegelt unsere Ernährung wider – das ist Fakt!

Wenn es nicht am Geld liegt, was ist es dann? Die Zeit? Die Zeit, die ihr nicht habt, weil ihr zu sehr damit beschäftigt seid, im Fitnessstudio gegen eure Fettpölsterchen anzukämpfen? Die Fettpölsterchen, die gar nicht da wären, wenn ihr euch vernünftig ernähren würdet? Oder liegt es daran, dass ihr damit beschäftigt seid, eure Selfies aufzuhübschen? Ein glatteres Hautbild, strahlendere Haare und in der Taille ein paar Centimeter weniger – Dinge, die sich mit gesunder Ernährung wahrscheinlich von alleine einstellen. Unsere Haut spiegelt unsere Ernährung wider, das ist Fakt! Je ungesünder, zucker- und fettlastiger wir uns ernähren, desto stärker wird sich das auf unser Hautbild, unser Haar und bei Frauen auf die ungeliebte Orangenhaut auswirken.

img_20151213_090617-1
Gesund und lecker: Der Banane-Kiwi-Smoothie

5 am Tag – die Formel für ein gesünderes Leben

Du bist, was du isst – das ist Fakt! Unser Körper ist unser wichtigstes Gut und mit der richtigen Ernährung können wir ihm so viel Gutes tun! Schon 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag senken das Risiko für diverse Zivilisationskrankeiten, wie z.B. Bluthochdruck. Und glaub mir, die 5 Portionen hast du ruck-zuck drin! Gönn dir doch zum Frühstück einen leckeren Smoothie. Nein, keinen vom Laden um die Ecke, sondern einen, der ganz frisch in deiner eigenen Küche gemacht wurde. Ist günstiger, frischer und noch obendrein ganz nach deinem Geschmack! Probier es für den Anfang doch mal mit einem Banane-Kiwi-Smoothie!

20151229_135313-1
Schnelle Mittagspause im Büro: Feldsalat mit Avocado und Räucherlachs

Anstatt deine Mittagspause mit einem fettigen Burger zu verbringen, kannst du zum Salat greifen – ebenfalls selbst gemacht! Du denkst, das schnibbeln, waschen und zubereiten lohnt sich nicht, weil es doch auch jede Menge fertig abgepackte Salate im Supermarkt um die Ecke gibt? Stimmt, aber zum einen sind die nicht gerade preiswert und zum anderen dank ihrer Kunststoffverpackung eine wahre Brutstätte für Schimmel und Sporen[2]. Schon etwas ekelig, oder? Aber keine Angst, auch ein Salat ist im Handumdrehen zubereitet. Falls dir die Ideen fehlen, findest du hier mein Rezept für Feldsalat mit Räucherlachs und Avocado.

Wenn es zum Abendessen schnell gehen soll, dann greif doch zur leckeren selbstgekochten Pasta anstatt zur Fertigpizza! Du musst ja keine Rezepte zubereiten, die stundenlanges Vor- und Zubereiten erfordern. Glaub mir, es gibt wahnsinnig viele Blitz-Rezepte! In den nächsten Tagen stelle ich eine leckere One-Pot-Pasta vor und bis dahin kannst du dir die Zeit mit leckeren Linguine mit Rucola und Kirschtomaten vertreiben. Geht schnell, einfach und macht trotzdem was her.

img_20161008_150552-1
Leckeres Abendessen: Linguine mit Rucola und Kirschtomaten

„Du bist was du isst“ – mehr als nur ein dummer Spruch

Versorgen wir unseren Körper mit ausreichend Vitaminen, Flüssigkeit, Ballaststoffen und der richtigen Mischung aus ungesättigten und gesättigten Fettsäuren und kombinieren das Ganze noch mit einer Zuckerzufuhr, die im moderaten Bereich liegt, so werden wir innerhalb kürzester Zeit merken, wie sich das nicht nur auf unser äußeres Erscheinungsbild auswirkt, sondern auch auf unser Innenleben: Die Verdauung arbeitet besser, wir beugen nach und nach Krankheiten wie Bluthochdruck oder einem hohem Cholesterinspiegel vor und glaub mir, du wirst es auch an deinem Geisteszustand merken. Eine gesunde Ernährung macht uns zufriedener, ruhiger und entspannter.

Du siehst also, der Satz „Du bist was du isst“ ist mehr als nur ein dummer Spruch. Es steckt sogar eine ganze Menge Wahrheit darin! Ich hoffe sehr, dass ich dich mit diesem Text dazu animieren kann, doch ab und zu mal selbst den Herd anzuschmeißen, egal ob du Kochmuffel oder blutiger Anfänger bist.

Was kommt bei uns auf den Teller?

Meckern ist immer leicht, da hast du recht! Und ich gebe es zu, wenn ich nach einer Dienstreise erst nachts um 22 Uhr heim komm, dann darf es auch mal eine Fertigpizza sein. Achtung: MAL! Denn hier ist es, wie bei so vielem: Die Dosis macht das Gift. Auch ich verbiete nicht alles, das wäre auch gänzlich falsch! Ein gesunder Umgang mit Lebensmitteln ist wichtig, dazu gehört natürlich auch das Eis zwischendurch oder das Stück Schokolade am Abend. Man darf sich mal was gönnen, auch außer der Reihe. Essen soll trotz allem Spaß machen und das tut es nun mal nicht, wenn man sich absolut alles verkneift.

img-20160418-wa0005-1
Lecker-leichte Küche: Auberginen-Törtchen mit Tomate und Mozzarella

Trotzdem versuche ich, unseren Tag nach ein paar einfachen Regeln zu gestalten:

5 am Tag

Die Regel hab ich dir ja eben schon erklärt. Ich achte darauf, dass 5 Portionen Obst und Gemüse auf den Teller kommen – in welcher Form auch immer. Das kann ein Smoothie zum Frühstück sein, eine Schale Haferflocken mit Obst, eine Bananenmilch oder ähnliches. Als Zwischenmahlzeit gibt es ein Stück Obst, Gemüsesticks oder einen frsich gepressten Saft. Mittags darf es für mich im Büro gern ein Salat oder eine Gemüsesuppe sein, die ich mir zu Hause vorbereite und in der Pause nur schnell aufwärmen muss. Abends ist dann die letzte Portion Gemüse dran, die meist einfach ins jeweilige Essen integriert wird: Aus Spaghetti Bolognese werden Spaghetti mit Zucchini-Bolognese, ins Geschnetzelte mischen sich ein paar Paprikastückchen und zum Steak gibt es Ofengemüse.

Mindestens eine Mahlzeit ohne Weizen

So sehr ich Nudeln und Brot auch liebe, so genau weiß ich auch um ihre Wirkung auf meine Gesundheit. Eine zu Weizen-lastige Ernährung schlägt mir gewaltig auf die Verdauung und das, obwohl ich keinerlei Unverträglichkeit habe. Deshalb achte ich persönlich darauf, dass es pro Tag mindestens eine Mahlzeit ohne Weizen gibt. Hat man sich erstmal daran gewöhnt, fällt es auch gar nicht schwer, passende Alternativen zu finden. Meine Geheimwaffe für Dienstreisen ist z.B. ei Brot, das ganz ohne Getreide gebacken wird und trotzdem super lecker ist!

Mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag

Ich bin manchmal regelrecht entsetzt, wenn ich sehe, wie viel Zucker manche Menschen allein durch die Getränke im Laufe des Tages zu sich nehmen! Eine Cola hier, ein Energydrink da und zwischendrin noch ein Schluck Eistee. Das gibt es bei uns nicht, da bin ich auch streng dagegen! Gegen den Durst gibt es tagsüber Wasser und ungesüßten Tee, ab und zu darf es auch eine Saftschorle sein. Wenn Limo, dann von NOW oder Bionade, die ist weniger süß. Alles andere mag ich nicht mehr, denn der Geschmackssinn gewöhnt sich mit der Zeit daran, dass es einfach weniger Zucker gibt.  Fanta & Co schmecken dann plötzlich extrem übersüßt – was sie wahrscheinlich auch sind.

Tierische Produkte in Bio-Qualität oder aus bekannter Herkunft

Wer sich schon einmal genauer mit Massentierhaltung und Fleischproduktion beschäftigt hat, der weiß, dass hier unsägliches Tierleid dahinter steckt! Ich möchte nicht näher darauf eingehen, denn das sprengt den Rahmen. Zusätzlich werden die Tiere häufig schon vorsorglich mit Antibiotika und Medikamenten behandelt, um Krankheiten, die auf solch engem Raum entstehen, möglichst zu vermeiden. Klar, denn im Vordergrund steht hier ja schließlich der Profit! Genau deshalb kommen tierische Produkte bei uns nur in Bio-Qualität oder aus bekannter Herkunft auf den Tisch. Eier gibt es zum Beispiel vom Hof einer Kollegin, Honig und Lammfleisch vom Bauernhof meines Onkels.

Mindestens zwei fleischlose Tage pro Woche

Fleisch ist lecker, keine Frage! Doch wie bei allen anderen Lebensmitteln auch geht hier für mich Qualität über Quantität und die Qualität hat eben ihren Preis. Deshalb habe ich für uns beschlossen, ab und an mal einen fleischlosen Tag einzulegen, denn so bleibt Fleisch doch irgendwie etwas besonderes und man weiß es zu schätzen.

So, jetzt hast du einen kleinen Einblick in meine Haltung zur Ernährung bekommen und weißt, was bei uns so auf den Tisch kommt. Wie sieht es bei dir aus? Hast du auch ein paar Regeln, an die du dich hälst?

 

[1] http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-01/ernaehrungsreport-2017-fast-food-fertiggerichte-jugend-bmel

[2] https://www.welt.de/wirtschaft/article136957208/Keime-und-Insektengift-Fertigsalate-fallen-durch.html

6 comments

  1. Sehr toller Beitrag 🙂 als ich das gelesen hatte, war ich auch schockiert! Eines würde ich noch ergänzen – es ist auch wichtig, wann man was isst und wie viel! Ich esse z.B sehr gesund, aber die Pfunde haben sich übers Jahr trotzdem angesammelt. Ich fing meine erste Arbeit an, da litt die Bewegung sehr darunter. Ich finde Kohlenhydrate sollte man vorallem frühs essen, Proteine abends! Das macht einen sehr großen Unterschied, wenn man die Ernährung an den Biorhythmus anpasst, was denkst du? Jedenfalls Bewegung ist auch wichtig…

    1. Liebe Dominika,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Da hast du natürlich Recht, die Bewegung spielt auch eine sehr große Rolle. Ohne geht es auf keinen Fall, da stellen sich bei mir sonst immer recht schnell Rückenschmerzen ein. Wichtig finde ich vor allem die Bewegung an der frischen Luft, denn da gibt’s gleich noch ne Portion Vitamin D dazu.
      LG, Katja

Kommentar verfassen