BioFach 2017 -mein Besuch auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel

Seit Monaten hatte ich die BioFach dick und fett in meinem Kalender eingetragen. Ist ja quasi ein Heimspiel, denn Nürnberg ist mit dem Zug gerade mal 35 Minuten entfernt. Als ich dann noch die Zusage für das Bloggertreffen und dazu eine Pressekarte bekommen habe, war mein Glück quasi perfekt. Ich auf der BioFach – juhu! Schon 2016 war ich ganz neidisch, als ich während einer Dienstreise das Autobahnschild „BioFach/Vivaness“ gesehen habe. Eine Messe wie für mich gemacht, nur leider war ich auf dem Weg zu diversen Kundenterminen. Aber jetzt…

Ein wenig aufgeregt bin ich ja schon…

Kein Wunder also, dass ich am 17.02.voller Vorfreude und Tatendrang aus dem Bett springe. Na gut, „springen“ ist übertrieben. Die 9-monats-Kugel, die ich vor mir her schiebe, schränkt mich mittlerweile doch etwas ein in meiner Bewegungsfreiheit 😉 Während ich wenig später im Zug nach Nürnberg sitze und mich durch die BioFach-App klicke, bin ich doch tatsächlich ein wenig aufgeregt. Dabei sind Messen in meinem Job als Account Manager doch mein täglich Brot: Stände nach für die Firma interessanten Produkten scannen, mit alten und neuen Geschäftspartnern reden, neue Kontakte knüpfen und Visitenkarten tauschen ist mein Handwerkszeug. Diesmal geht es aber nicht um die Firma, sondern um mich. Um mich und meinen Blog.

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Anlässlich des Bloggertreffen stand eine riesige Schokotorte bereit

Um kurz nach 9 treffe ich im Restaurant Marc o’Polo ein, wo einige Minuten zuvor das Bloggerfrühstück startete. Einige Blogger stehen schon in kleinen Grüppchen zusammen, andere inspizieren interessiert das Buffet und die anderen Gäste und wieder andere sind schon fleißig dabei, mit ihren Kameras die Eindrücke einzufangen. Irgendwie klar, oder? Nachdem ich nicht so wirklich weiß, wie das hier abläuft und was mich erwartet, entscheide ich mich auch erst mal für letztere Variante und gehe auf Fotojagd. Lang dauert es aber nicht und die Grüppchen finden sich nach und nach an den Tischen zusammen, wo die ersten Gespräche holprig starten.

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Lecker Smoothies und Gemüsesticks

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ergeben sich aber wirklich nette Gespräche und ich habe die Möglichkeit, einige meiner Bloggerkollegen persönlich kennenzulernen: Fanny von Fit4Fanny, Rosa von Conscious Lifestyle of Mine, Jule von Bits and Pieces, Katja von Boho Stories, Rebecca von Kichererb.se und Annelina von Food Without Regrets. Dank der tollen Pinnwand, an der sich jeder mit Blog verewigen darf, kann ich mir auch noch jede Menge Lesestoff mit nach Hause nehmen.

Blogger-Rundgang über die BioFach

Ruck-zuck ist das Frühstück um und es wird Zeit für den Rundgang über die Messe. Nachdem wir mit Headsets ausgestattet wurden, geht es los. Das Team der Nürnberger Messe hat für unseren 2-stündigen Rundgang 5 Stände ausgewählt, an denen uns die Verantwortlichen einen Einblick in die Produkte, die Herstellverfahren und die Philosophie des Unternehmens geben und sich im Anschluss noch unseren Fragen stellen. Neben einer Verkostung der Produkte, die übrigens alle richtig lecker waren, bekommen wir an jedem Stand ein kleines „Give Away“ mit Informationen und Produktproben. Geniale Sache, denn wenn ich zu Hause erzähle, wie lecker Algensenf schmeckt und dass ich eine Frucht gegessen habe, die wie Fleisch schmeckt, dann glaubt mir das eh keiner 😉

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Blogger-Rundgang über die BioFach

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, nach dem Rundgang wieder nach Hause zu gehen –  9. Monat schwanger und so… Hätte ich mir ja gleich denken können, dass das nicht klappt, denn unser kleiner Rundgang hat mich so neugierig auf alles weitere gemacht, was es hier noch gibt, dass ich danach an alles denke, nur nicht an’s nach Hause fahren. Wie auch, wenn ich schon mal auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel bin? Insgesamt 2.785 Aussteller aus 88 Ländern präsentieren hier Neuheiten und „Oldies but Goldies“ aus den Bereichen der Bio-Lebensmittel und der Naturkosmetik und zeigen, dass Bio, Nachhaltigkeit und Fairer Handel hier Hand in Hand gehen. Acht Hallen bieten mit einer Gesamtfläche von rund 47.500 qm jede Menge Platz für die rund über 48.000 Besucher, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen möchten. Und ich mitten drin!

Vernünftig wie ich bin, beschränke ich mich aber auf die Hallen mit deutschen Ausstellern und die Vivaness-Halle. Irgendwo muss ja mal ein Ende sein. Fällt mir aber ganz schön schwer, wenn ich ehrlich sein soll. Aber vernünftig. Ich bin die Vernunft in Person *räusper* Und weil ich grad so schön vernünftig bin, gibt es für euch auch nur einen Auszug aus meinem BioFach-Besuch, quasi mein persönliches „Best Of“ mit einem Überblick über die Stände und Produkte, die mich besonders beeindruckt haben:

Jacky F. – Das ist Fruchtfleisch

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich weder Veganer noch Vegetarier bin. Dennoch finde ich, ein kontrollierter Fleischkonsum und gelegentlicher Verzicht tut uns allen gut – sowohl für die Gesundheit, als auch für die Tierwelt und unseren Planeten. Von Fleischersatz halte ich allerdings wenig, denn das meiste schmeckt wie A und F. Natürlich bin ich da im ersten Moment auch etwas skeptisch, als mir am Stand von Jacky F. eine kleine Schale mit Pseudo-Frikadellen vor die Nase gehalten wird. Aber wer will schon unhöflich sein… Ich sag’s euch, diese Dinger sind der absolute Hammer! Sieht aus wie Fleisch, schmeckt wie Fleisch, ist aber Fruchtfleisch. Richtig leckeres Fruchtfleisch!

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Leckeres Fruchtfleisch von Jacky F.

Entstanden ist das Ganze aus einer simplen Idee, erzählt uns Gründerin Julia. Sie hatte die Jackfrucht lecker zubereitet in Sri Lanka vorgesetzt bekommen und konnte selbst gar nicht glauben, dass es sich hier um eine Frucht handelt und nicht um Fleisch. Leider leider ist es in Deutschland allerdings etwas  schwer, in den Genuss dieser kleinen Köstlichkeit zu kommen. Doch selbst ist die Frau und so wurde die Idee geboren, das leckere Fruchtfleisch in hübsche Dosen zu verpacken und unter dem Namen „Jacky F.“ auf dem heimischen Markt zu verkaufen. Eine wirklich tolle Sache für alle Vegetarier, Veganer und „Fleischfresser“ mit Geschmack.

Auch hier stehen zwei Worte im Vordergrund: Bio und fair. Die Jackfrucht stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, ist natürlich, nicht mit Pestiziden und anderen Krankmachern belastet und stammt aus fairem Handel. So profitieren alle: Die Bauern, Julia und ihr Unternehmen und am Ende auch wir, als glückliche, gesunde und nach einem leckeren Jackfruit-Burger auch zufriedene Kunden. Eine Dose Jackfruit gab es für meine Bloggerkollegen und mich als kleines Giveaway am Stand und ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich daraus machen soll, denn auf der Seite von Jacky F. finden isich 5 Rezepte, die allesamt verboten lecker klingen (und aussehen – gemeinerweise gibt es auch Fotos 😉 ). Da hilft wohl nur eines: Ausprobieren und schnellstens nachbestellen! Wer weiß, vielleicht findet ihr dann bald auch das eine oder andere Jackfruit-Rezept auf meinem Blog.

Undines Gold – Me(e)hr als nur Algen

Hast du schon einmal überlegt, Algen zu essen? Nein, ich meine nicht nur als grünes Band um die Sushi-Rolle gewickelt oder vielleicht noch als Salat beim Japaner. Ich meine Algen-Nudeln, Algen-Senf oder Algen-Gewürz. Gehört hab ich davon ja schon öfter, für mich war das aber immer einfach nur ein weiterer Hype um ein neues Lebensmittel, das wahrscheinlich furchtbar ekelig schmeckt, aber eben total gehyped wird, weil gesund. Tja, so kann man sich täuschen…

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Eine ganze Schatztruhe voll mit Undines Gold

Die Meeresalgen, die für Undines Gold verwendet werden, wachsen alle so, wie sie es sollen: In natürlicher Umgebung im Nordatlantik. Nix mit Aquakultur und so! Gerade das macht sie so gesund, denn wo kann eine Pflanze schon besser wachsen, mehr Nährstoffe abbekommen und gänzlich ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel auskommen, als in ihrem natürlichen Lebensraum? Aus dem Meer holt sich die Alge alle Mineralstoffe und Vitamine, die sie für ein gesundes Wachstum braucht. Quasi „Alge aus glücklicher Haltung“.

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Unglaublich lecker: Die Algen Senf-Dill-Sauce

All diese Vitamine und Mineralstoffe gibt die Alge an uns weiter und glaubt mir, davon hat sie nicht zu wenig! Und so kommt sie daher, einst glitschiger, kleiner Wasserbewohner, jetzt der Star in der Küche, denn dank leckeren Produkten wie der Algen Senf-Dill-Sauce oder dem Algen Grillgewürz geht würzen jetzt ganz einfach, ganz natürlich, ganz ohne Zusatzstoffe! Neugierig haben mich neben einigen Würzprodukten auch die Algen-Nudeln gemacht und  deshalb begebe ich mich jetzt gleich mal auf die Suche nach einem Online-Shop, in dem ich hoffentlich ein paar der Köstlichkeiten erstehen und euch mit leckeren Algen-Rezepten überraschen kann.

Ölmühle Solling – Qualität statt Quantität

Die hatte ich ja gar nicht auf dem Plan! Umso mehr freue ich mich, als ich beim Schlendern durch die endlosen Gänge direkt auf den Stand der Ölmühle Solling zusteuere. Wieso? Na, ganz einfach: Ich hab darüber schon so viel Positives gelesen! Die Produkte sollen ganz toll sein, die Herstellverfahren natürlich und die Inhaltsstoffe gute Bio-Qualität. Einziges Manko: Ich hab die Produkte bisher noch nirgendwo gefunden und einfach so blind bestellen ist nicht mein Ding. Jetzt hab ich endlich die Gelegenheit, mich durch die ausgestellten Öle zu probieren und mir selbst ein Bild von der Ölmühle zu machen. Perfekt!

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Endlich kann ich die leckeren Öle der Ölmühle Solling probieren

Aber auch die Geschichte der Ölmühle beeindruckt mich: Begonnen als 2-Mann-Betrieb im Jahr 1996, kann die Ölmühle mittlerweile auf etwa 60 Mitarbeiter blicken. Von Anfang an arbeitet die Ölmühle Solling nach den Richtlinien des NATURLAND-Verbands und verarbeitet Produkte aus ökologischem Anbau. Handarbeit wird hier noch groß geschrieben, denn dem Unternehmen geht Qualität über Quantität: Angefangen bei der Lese über die Ölherstellung in kleinen Spindelpressen bis hin zum Abfüllen der Produkte wird hier noch jede Menge selbst gemacht. Das macht mir die Ölmühle richtig sympathisch, denn irgendwie ist das doch viel persönlicher, oder?

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Die Ölmühle Solling bietet reichlich Auswahl an hochwertigen Produkten

In der Vergangenheit haben die Firmengründer jede Menge Kontakte geknüpft und Aufbauprojekte  in verschiedenen Entwicklungsländern unterstützt. Aus einigen dieser Projekte haben sich langjährige Partnerschaften entwickelt und so kommt es, dass die Ölmühle Solling weltweit faire Handelspartnerschaften mit verschiedenen Kleinunternehmern und Familienbetrieben unterhält. Freilich können nicht alle Produkte aus diesen Partnerschaften stammen, das ist bei einem immer weiter wachsenden Unternehmen kaum möglich. Trotzdem gibt es von mir für dieses Engagement ganz klar einen Daumen nach oben!

Ich kann es schwer beschreiben, aber diese Produkte geben mir irgendwie ein gutes Gefühl. Die Öle schmecken herrlich, ich durfte mich am Messestand durch Paprika-Rauch-Öl, Arganöl, Hanföl und diverse Olivenöle probieren. Schon einfach pur, mit etwas Weißbrot hinein gedippt, haben sie ein wunderbares Aroma und eine ganz besondere Geschmacksnote. Schön, wenn fair und bio so lecker sein kann!

 

Puh, so viel zu meiner Vernunft… Wie du siehst, hab ich so viele unglaubliche, tolle Eindrücke gesammelt, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufhören würde, davon zu erzählen. Bevor ich hier aber alle totquatsche, gibt es jetzt einen Break und zu einem späteren Zeitpunkt einen Teil 2 meines BioFach-Besuches.

Warst du auch schon auf der BioFach oder auf ähnlichen Messen? Wie hat es dir gefallen?

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