Mein Projekt Zuckerfrei – 40 Tage ohne

Nun sitze ich hier, mit Hannah’s Buch auf den Beinen und 1000 Gedanken im Kopf. Etwas mulmig ist mir ja schon zumute, denn gerade weil ich ganz genau weiß, worin sich überall Zucker versteckt, bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich die 40 Tage durchhalte. Aber was soll’s! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und auf einen Versuch kommt es schließlich an…

Spätestens seit „The Sugar Film“ sind mir die verheerenden Auswirkungen von Zucker und zuckerhaltigen Lebensmitteln auf unseren Körper klar: Schlechte Zähne, Übergewicht und verfettete Organe, die folglich körperliche Einschränkungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Krankheiten mit sich bringen. Zucker wirkt wie eine Droge, er gibt uns eine Art „High-Gefühl“ und macht, dass wir immer mehr davon wollen.

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Auf solche selbstgebackenen Leckereien muss ich vorerst verzichten

Ich habe bereits für 4 Wochen auf Zucker verzichtet, das ist nun über 1 ½ Jahre her. Damals hatte ich die Paleo-Ernährung für mich entdeckt (war dann aber doch nicht so das Wahre für mich) und da sind ja verarbeitete Lebensmittel, folglich auch Zucker, tabu. An die Zeit erinnere ich mich noch, allerdings nur düster. Es war hart, es war eine neue Erfahrung, aber es hat mir auch gut getan.

Jetzt, etwa 19 Monate später, liegt eine Schwangerschaft plus Stillzeit hinter mir. Mein Körper musste an seine Grenzen gehen und ich habe ganze 18,7 kg zugenommen, von denen ich etwa 15 zum Glück schon wieder los bin. Ich bin mitten in meiner Elternzeit und stecke zusätzlich in einer Ausbildung als Ernährungsberaterin. Vor allem letzteres konfrontiert mich immer wieder mit dem Thema Gesundheit, Ernährung und Dingen, die unserem Körper schaden, aber doch sooo gut schmecken! Ich denke aber auch an meine Tochter, die ein gesundes Verhältnis zu Zucker lernen soll. Ich denke an meine zukünftigen Klienten, die auf meine Erfahrungen bauen und an all die Kinder, denen ich nach meiner Spezialisierung eine gesunde Ernährung näher bringen möchte.

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Zitrusfrüchte ersetzen für die nächste Zeit Bananen und Nektarinen

Deshalb steht mein Entschluss fest – ich werde ab Montag zuckerfrei! Für die nächsten 40 Tage versuche ich mich an Hannah’s Challenge. Unentschlossen wie ich bin, habe ich den Challenge-Start auf Facebook natürlich verpasst. Der war vor einigen Tagen, am 4. September 2017. So steige ich etwas später ein und bin schon wahnsinnig gespannt auf das, was mich erwartet!

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt schon anfangen soll, denn in zwei Wochen geht es für uns in den Urlaub und wer mich kennt, der weiß, dass es für mich nichts schöneres gibt, als die landestypischen Speisen und Essgewohnheiten kennenzulernen. Das werde ich auch diesmal tun und muss deshalb die Challenge unterbrechen. Anfangen werde ich trotzdem, denn ich denke, dass ich sonst immer eine Ausrede finde: Nach dem Urlaub steht der Geburtstag meiner Schwester an, ein lange geplanter Mädelsabend und diverse andere Festivitäten. Danach folgt dann die Adventszeit, Weihnachten, Silvester. Also geht es jetzt los. Punkt.

Für die ersten 30 Tage befinde ich mich in „Phase 1“, das bedeutet, dass Zucker komplett gestrichen ist. „Das sagt doch schon die Überschrift“, werden einige von euch nun denken. Klar, aber Zucker ist ja noch viel mehr als nur Süßigkeiten und Limo: Zucker steckt in fast allen unseren Lebensmitteln. Auch da, wo wir ihn auf den ersten Blick nicht vermuten.

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Nüsse sind erlaubt, Trockenfrüchte sind in Phase 1 tabu

Saccharose, also unser Haushaltszucker, ist meist leicht zu enttarnen: Wir kennen ihn als Würfelzucker für den Kaffee oder Tee, beigefügt in Gummibärchen und anderem Süßkram, als Zutat in Kuchen und Süßspeisen oder als süßer Bestandteil unserer Limo. Zur Zuckerfamilie gehören aber noch mehr Mitglieder, die uns nicht ganz so bekannt sind. Da ist Laktose, der Milchzucker, Maltose, der Malzzucker und natürlich Fruktose, der Fruchtzucker. Zu diesen Einfach- und Zweifachzuckern gesellen sich die Mehrfach- und Vielfachzucker, die uns in Form von Stärke über den Weg laufen. Und genau da wird es tricky: Vom „bösen“ Weißmehl haben viele schon gehört. In ihm steckt Stärke, die schnell in Zucker umgewandelt werden und in unsere Blutbahn gelangen kann. Unser Butzucker schnellt folglich nach oben, senkt sich ebenso schnell wieder ab und die Folge ist Hunger. Deshalb greife ich bereits seit vielen Jahren eher auf Vollkornprodukte zurück.

Genau hier beginnt für mich aber die Schwierigkeit, denn auch in ihnen steckt natürlich Stärke, ebenso wie in Kartoffeln, Kürbissen und anderem stärkehaltigen Gemüse. Zwar ist unser Körper länger damit beschäftigt, diese Vielfachzucker aufzuspalten und gibt den Zucker deshalb nur langsam an unsere Blutbahn ab, aber Zucker ist Zucker, das nimmt Hannah in ihrem Buch genau. Also sind für mich in Phase 1 auch Vollkornprodukte, Kartoffeln, Reis, diverses Obst und stärkehaltiges Gemüse gestrichen. Als Alternativen kommen Pseudo-Getreide wie Buchweizen oder Quinoa auf den Speiseplan, ebenso wie pflanzliche Milchalternativen, Zitrusfrüchte und Beeren.

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Zuckerfrei – die Challenge beginnt!

Während ich meinem morgentlichen Porridge hinterhertrauere, ergänze ich noch ein paar Lebensmittel auf meinem Einkaufszettel. Mit Basics wie Buchweizen und Quinoa bin ich dank meiner bisherigen Ernährung ganz gut ausgestattet, deshalb wird die Liste nicht ganz so lang. Ich bin gespannt, ob ich mein Porridge alternativ auch mit Buchweizen und Mandelmilch kochen kann und auch die vielen Früchstücksalternativen aus Hannah’s Buch lachen mich an. Es wird eine spannende Zeit werden und eine interessante.

Jetzt bin ich auf eure Erfahrungen gespannt: Hat sich von euch schon jemand an der Challenge versucht? Wie war es für euch?

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