Gesundheit: Meine 9 Hausmittelchen bei Erkältungen

Kaum hat man sich’s versehen, ist der Sommer vorbei und der Herbst hält Einzug. Bunte Blätter, reife Kastanien, Kuschelpullis und lange Spaziergänge, gefolgt von einer Tasse Tee vor dem Kamin gehören für mich zu den schönen Seiten der dritten Jahreszeit. Aber auch sie hat ihre Tücken, denn mit ihr beginnt die Zeit für Schnupfen und Husten, Halskratzen und Ohrenschmerzen. Hat euch die Erkältung erwischt, heißt es durchhalten – und ihr mit diesen einfachen Hausmittelchen den Kampf ansagen!

Aber woher kommt sie eigentlich, die Erkältung? Haben uns unsere Eltern früher geschimpft, dass wir uns erkälten, wenn wir mit nassen Schuhen durch die Pfüzten springen, so wissen wir heute, dass eine Erkältung die Folge eines Virusinfekts ist. Zwar begünstigt Unterkühlung die mögliche Ansteckung, ebenso wie andere Faktoren, die unser Immunsystem schwächen, wie Stress, Schlafmangel oder andere Krankheiten. Schuld sind aber die fiesen kleinen Erreger, die sich überall da finden, wo wir Menschen uns tummeln: Als Tröpfchen in der Atemluft, auf Türklinken oder einfach auf der Haut, wo sie durch Berührung oder Handschlag zur Begrüßung übertragen werden.

Ein altes Sprichwort sagt „Eine Erkältung dauert mit Behandlung 14 Tage, ohne dauert sie zwei Wochen“. Im Normalfall klingen die schlimmsten Symptome bereits nach den ersten Tagen ab, bis wir völlig genesen sind vergehen bis zu 14 Tage, wobei auch das variieren kann.

Also abwarten und Tee trinken?

In gewisser Weise ja, denn Tee ist hier ein gutes Stichwort und sicher das beliebteste Heißgetränk, wenn sich Husten und Schnupfen breit gemacht haben. Für mich haben sich aber noch ein paar andere Heilmittelchen herauskristallisiert, die mir während der akuten Phase Linderung verschaffen, die Genesung unterstützen und helfen, meine Abwehrkräfte wieder aufzubauen. Bitte denkt aber daran, dass ich hier nur über meine Erfahrungen schreibe – ich bin kein Arzt und kann deshalb auch keine Ratschläge zur konkreten Behandlung geben! Und eines ist klar, wenn es keine Erkältung ist, sondern eine richtige Grippe mit Fieber und Gliederschmerzen, dann ist auch für mich klar: Nichts wie ab zum Arzt!

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Infused Water

Ausreichend Flüssigkeit

Ganz klar, genügend zu trinken ist immer wichtig, nicht nur, wenn einen die fiese Erkältung erwischt hat. Gerade jetzt sollte man aber erst recht darauf achten, denn zum einen schwitzen wir durch eventuelles Fieber, Erkältungsbäder oder heiße Wärmflaschen, zum anderen gibt es viele leckere Tees, die unsere Genesung unterstützen können. Genügen uns normalerweise 1,5 Liter Flüssigkeit aus Getränken, so dürfen es jetzt gerne 2  – 2,5 Liter sein.

Aber nicht nur, wenn uns die Erkältung erwischt hat, sollten wir auf unseren Flüssigkeitshaushalt achten, sondern auch schon vorher! Fällt uns das regelmäßige trinken im Sommer durch erhöhten Durst relativ leicht, so vergessen wir es in der kalten Jahreszeit gerne mal. Dadurch und durch die trockene Heizungsluft trocknen unsere Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich schnell aus – der perfekte Nährboden für Viren und Bakterien! Bei mir steht deshalb immer eine Tasse Tee oder ein Glas Wasser bereit, zu dem man dann ganz automatisch greift.

Heißer Tee aus frischem Ingwer

Viele von euch kennen Ingwer sicher als Gewürz. Sehr beliebt ist er vor allem in der asiatischen Küche, egal ob klein gehackt im Curry oder eingelegt und fein gehobelt zum Sushi. Nicht ohne Grund, denn die Asiaten wissen, was gut ist: Durch seine Wirkstoffe, vor allem die Scharfstoffe, regt die Wurzel unsere Magensaftproduktion und damit die Verdauung an. Aber auch entzündungshemmende, schleimlösende und schmerzstillende Eigenschaften werden dem Ingwer nachgesagt und genau diese kommen hier zum Einsatz! Zusätzlich enthält Ingwer neben Vitamin C auch viele weitere Mineralstoffe und Antioxidantien, die neben den oben genannten Vorteilen auch noch euer Immunsystem in Schwung bringen.

Zubereitet ist der Tee ganz einfach: Ihr schneidet euch etwa 3 – 4 cm Ingwer ab, schält ihn (wenn es kein Bio-Ingwer ist), zerteilt ihn grob, gebt ihn in eine Tasse und überbrüht ihn mit heißem Wasser. Je nachdem, wie lang ihr den Tee ziehen lasst, variieren Schärfe und Geschmack.

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Frisch aufgebrühter Ingwertee – mein Tipp bei Erkältung!

 

Regelmäßige Spaziergänge

Frische Luft hilft hier ganz klar, das war nicht nur ein Spruch unserer Eltern, um uns vor die Tür zu jagen! Leichte Spaziergänge ohne zu große Anstrengung helfen der Genesung, denn unser Körper braucht die frische Luft, um unser Immunsystem in Schwung zu halten. Zusätzlich kommt durch die Bewegung unsere Durchblutung in Schwung und versorgt unseren Körper optimal mit Sauerstoff.

Aber auch zu Hause sollten wir auf frische, gute Luft achten, denn wie schon erwähnt, haben die Viren bei trockener Luft und ausgetrockneten Schleimhäuten leichtes Spiel! Also einfach regelmäßig lüften, raus mit der schlechten und rein mit der guten Luft.

Selbstgemachter Hustensaft

Ich bin so gar kein Fan von Arzneimitteln, so viel ist klar! Soweit es möglich ist, versuche ich, sie zu vermeiden und wenn doch, dann darf es gerne auf pflanzlicher Basis sein. Umso besser, wenn man sich durch selbstgemachte Mittelchen Linderung verschaffen kann, so wie durch diesen Hustensaft, der aus nur zwei Zutaten besteht: Zwiebel und Honig! Das Rezept (wenn man es so nennen kann) habe ich hier verbloggt.

Der Saft hilft gleich in doppelter Hinsicht: In der Zwiebel stecken jede Menge ätherische Öle, Flavonoide und weitere Stoffe, die alle zusammen entzündungshemmend wirken und noch dazu Keime abtöten. Auch der Honig hilft hier, denn durch seine wertvollen Inhaltsstoffe verschafft er uns während der Hustenzeit Linderung.

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Selbstgemachter Hustensaft aus Zwiebel und Honig

 

Ausreichend Ruhe

So wichtig Bewegung in unserem Alltag ist, so wichtig ist Ruhe während einer Erkältung. Unser Körper benötigt Kraft, um zu genesen und gegen die Viren zu kämpfen. Fühlen wir uns also schwach, sollten wir uns einfach die Zeit gönnen und eine kleine Pause einlegen. Auch abends hilft es mir, wenn ich bald zu Bett gehe und die eine oder andere Stunde mehr schlafe als gewöhnlich.

Entspannendes Erkältungsbad

Wenn ich erkältet bin, dann nehme ich mir die Zeit für ein heißes, entspannendes Erkältungsbad. Die wohlige Wärme, die Ruhe und die ätherischen Öle, die mit dem Wasserdampf aufsteigen und so auch in die Atemwege gelangen, verschaffen mir augenblicklich Linderung. Die Schleimhäute sind befeuchtet, der Körper entspannt und die Erkältung danach gefühlt nur noch halb so schlimm.

Wichtig ist, sich im Anschluss noch etwas Ruhe zu gönnen, denn der ohnehin schon geschwächte Körper ist nach dem Bad recht erschöpft. Auch sollte die erste Zeit nach dem Bad das Haus nicht verlassen werden. Der Körper ist nun aufgeheizt, die Haare und Ohren eventuell noch feucht. Jetzt zu einem Spaziergang aufzubrechen birgt die Gefahr, auszukühlen und das Immunsystem dadurch weiter zu schwächen.

Frisch gekochte Hühnersuppe

Ein allseits beliebtes Mittel bei Erkältung ist die heiße Hühnersuppe. Sie wärmt, enthält wertvolle Inhaltsstoffe, gibt uns reichlich Flüssigkeit und wir inhalieren quasi die heißen Dämpfe, wenn wir sie über den Teller gebeugt löffeln. Angesetzt mit einem Suppenhuhn und frischem Gemüse wie Karotten, Zwiebeln und Sellerie schmeckt sie nicht nur köstlich, sondern liefert uns auch Vitamine und Mineralstoffe, die unsere Genesung unterstützen. Verschiedene Rezepte findet ihr hier.

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Schon Oma wusste, dass eine heiße Hühnersuppe Wunder wirkt

Heilkräuter zum trinken und inhalieren

Bei Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit kommt er bei mir regelmäßig zum Einsatz, der Salbeitee. In kleinen Schlucken getrunken oder – wenn ihr mit dem Geschmack gar nichts anfangen könnt – über den Tag verteilt gegurgelt, entfaltet er seine Wirkstoffe, die wunder Schleimhäute beruhigen und heilen, entzündungshemmend wirken und desinfizieren.

Aber auch bei verstopfter Nase helfen mir die Kräuter: Hier inhaliere ich gerne mit Kamillenblüten. Dazu gebe ich ein bis zwei Handvoll getrocknete Kamillenblüten in eine Schüssel und überbrühe sie mit 2 Liter kochendem Wasser. Darüber wird ein Handtuch gelegt, der Kopf darunter gesteckt und für etwa 10 Minuten der Kamillendampf inhaliert. Ihr werdet selbst merken, dass die Nase nach kurzer Zeit anfängt zu laufen und frei wird. Hier hilft uns zum einen der heiße Wasserdampf, der unsere Schleimhäute befeuchtet und uns schwitzen lässt. Zum anderen setzen aber auch hier die Wirkstoffe der Kamille ein, die unter anderem entzündungshemmend und antibakteriell wirken.

 

Für die Kleinsten: Minimalinhalation

Inhalieren ist super, das habe ich euch ja schon erklärt. Was aber tun, wenn es die Kleinsten erwischt, für die Inhalieren noch nicht möglich ist? Auch da gibt es ein ganz einfaches Mittel: Minimalinhalation! Packt die Babys in eine Wippe / Maxi Cosi / Hochstuhl und nehmt sie mit euch ins Bad. Ihr selbst stellt euch unter die Dusche, die Kleinen bleiben draußen. Nun duscht ihr euch heiß ab, wodurch das Bad nebelig wird, es entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dadurch inhalieren die Kleinen automatisch die feuchte Luft, Nebenhöhlen und Atemwege werden befeuchtet.

 

Was tut ihr in der kalten Jahreszeit, um die Erkältung zu bekämpfen? Habt ihr auch kleine Hausmittelchen, die euch dabei helfen?

Erkältungsmittel
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