Kohlenhydrate – besser als ihr Ruf!

Heute widme ich mich einem Thema, das die Ernährungswelt spaltet. Die einen lieben sie, die anderen verbannen sie streng von ihrem Teller und aus ihrem Ernährungsplan: Die Rede ist von Kohlenhydraten. Ich verrate euch, wie ihr clever auswählt, damit ihr die Carbs ganz ohne schlechtes Gewissen genießen könnt.

Ich geb’s zu, es hat lange gedauert, mich von dieser Einstellung zu überzeugen. Jahre. Wenn nicht sogar mein halbes Leben. Wie die meisten jungen Mädchen wurde auch ich stark von unserer Hochglanzgesellschaft geprägt, die uns auf Seite 5 die aktuelle Laufstegmode präsentiert, getragen von Models mit für uns 08/15 Menschen unerreichbaren Maßen. Auf Seite 20 die Tipps für mehr Selbstbewusstsein – liebt euren Körper, wie er ist, Kurven sind toll und der Bauchspeck ganz natürlich! Das Ganze dicht gefolgt von den neuesten Abnehmtipps 10 Seiten weiter. Der Slogan ist fast immer der gleiche: Kohlenhydrate sind schlecht für euch! Ernährt euch Low Carb! Keine Carbs am Abend! Und wenn ihr schon dabei seid, lasst sie doch auch gleich zu den anderen Mahlzeiten weg!

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Carbs + Vitamine – eine unschlagbare Kombination!

Entscheidend ist das Kaloriendefizit

Heute, viele Jahre Erfahrung, eine Schwangerschaft und eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin weiter, habe ich für mich erkannt, dass die Carbs nicht die Bösen sind. Entscheidend ist nur eines: Das Kaloriendefizit, das wir aufbauen. Nehmen wir weniger Kalorien zu uns, als wir pro Tag benötigen, nehmen wir ab. Überschreiten wir diesen Kalorienbedarf, nehmen wir zu.

Ich verstehe gut, dass so viele Menschen den Kohlenhydraten die Schuld geben, kommen sie doch meist mit reichlich energiegeladenen Kollegen daher: Die Fleischbeilage zu den Kartoffeln, die üppige Sauce zu den Nudeln und die Stadtwurst zum Brot. Was aber, wenn wir unsere Nudeln durch gedünstetes Gemüse und ein paar Parmesanflocken ergänzen? Was, wenn wir unsere Kartoffeln mit Kräuterquark und Ofengemüse genießen? Die Kalorien schwinden und mit ihnen die Pfunde!

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Naschen ohne Reue: Süßkartoffel-Brownies ohne Industriezucker, dafür mit guten Carbs

Vielfachzucker – die Helden unter den Carbs

Carbs sind aber nicht gleich Carbs, das ist klar! Wir unterscheiden hier zwischen Einfachzuckern, Zweifachzuckern und Vielfachzuckern. Zucker im Brot? Ja, so ist es! Im Brot, in den Nudeln und in so vielen weiteren Produkten. All unsere Kohlenhydrate bestehen aus der gleichen Basis: Zucker. Entscheidend ist aber, wie leicht dieser Zucker für unseren Körper abbaubar ist. Produkte, die aus Einfach- und Zweifachzuckern bestehen, gelangen wesentlich schneller in unser Blut als Produkte, die aus Vielfachzuckern bestehen.

Produkte, die aus Vielfachzuckern bestehen, haben aber auch noch weitere Vorteile: Sie beeinflussen unseren Blutzuckerspiegel nur langsam und halten ihn so weitgehend konstant. Sie machen lange satt und verhindern Heißhungerattacken. Sie enthalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Und nicht zuletzt enthalten sie die für unsere Gesundheit und unsere Verdauung so wichtigen Ballaststoffe.

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Kartoffeln und Gemüse ergänzen sich zu einem leckeren, kalorienbewussten Gericht

Wo finden wir sie nun, die guten Kohlenhydrate?

Die Faustregel, um die „guten“ Carbs von den „schlechten“ Carbs zu trennen, ist denkbar einfach: Je naturbelassener und unbehandelter ein Produkt ist, desto hochwertiger sind auch seine Inhaltsstoffe. Für uns bedeutet dies, dass wir lieber Vollkornnudeln als „normale“ Nudeln schlemmen. Wir bestellen Pellkartoffeln anstatt Bratkartoffeln und wählen beim Bäcker das Vollkornbrot anstatt des Weißbrotes. Eigentlich gar nicht so schwer, oder?

Ganz klar, jede Änderung des Ernährungsverhaltens benötigt ihre Zeit. So natürlich auch die Implementierung der guten Kohlenhydrate. Entscheidend ist nur eines: Der Wille, etwas zu ändern und jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung! Ihr könnt euch noch nicht so recht für Vollkornnudeln begeistern, findet das entsprechende Pendant im Brotregal aber richtig lecker? Super! Ihr habt euch bewusst gegen Weißbrot entschieden und genießt nun die Vollkornvariante! Der Griff zu Pellkartoffeln gelingt euch nur bei jeder zweiten Mahlzeit? Auch gut, denn immerhin ist es jedes Mal eine Portion Pommes weniger, die ihr sonst gegessen hättet!

Traut euch, ändert etwas und seid stolz auf eure Erfolge! Und vor allem: Erzählt mir davon! Welche Tricks habt ihr, um schlechte Kohlenhydrate aus eurem Speiseplan zu verbannen? Wie kombiniert ihr die guten Carbs am liebsten?

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